Editorial: Das Herz und die eine Unendlichkeit

(Mannheim / 14.08.2018 – Ammiratus Review) In religiösen Kreisen sind sich die Menschen um das sogenannte Herz eher bewusst. Das Herz ist dort in einer klaren Weise positiv behaftet, da es die Basis für religiöses Leben ist. Im täglichen Leben hat das Herz eher eine untergeordnete Rolle. Dort glaubt man, dass ein starkes Herz gleichbedeutend ist mit Gefühls-orientiertem und eher nicht-standhaftem Handeln.

In der Tat steckt in beiden Ansichten die Wahrheit. Das Herz ist das Herz der Sinne eines Selbst in der (inneren) immateriellen und in der (inneren) materiellen Welt. Es wird im sprachlichen Gebrauch meistens den Sinnen und den Gefühlen zugeordnet (Liebe). Das Herz ist Schnittstelle zur einen Unendlichkeit und somit auch zum Zweck eines Menschen und scheint ein Gegenspieler des Egos zu sein.

Das Herz lebt im Hier und Jetzt und jenseits von Gut und Böse. Die Essenz des Herzens ist das „Alles-und-Nichts“, aus dem die Intuition und die Richtung für das Leben entstammen. Es hat die Tendenz, alles zu umarmen und zu akzeptieren, gesetzt den Fall, dass das Herz nicht im Verborgenen ist und dass es genügend aktiviert ist.

Das Herz hat die klare Tendenz, die Reichhaltigkeit an allem im Leben herauszustellen, ist demütig und ist ständig bestrebt, neue Hoffnung, neue Liebe und neues Leben zu schenken. Da das Herz durch die Liebe lebt, ist es in der Position, dich zu einem glücklichen Leben zu leiten, sodass man alles manifestieren kann, was man liebt.

Das Herz „gibt“, „spendet Trost“ und sieht die Einheit, die Fülle und das Beisammensein. Es „ist“ eher, anstatt „zu tun“. Das Herz wird in der Tat identitätslos und nicht-klammernd mit der wahren Liebe gleichgesetzt und kann sogar völlig selbstlos sein. Das kann zu einer Stärkung der schlechten Eigenschaft des Herzens führen, nämlich, dass es nicht so aggressiv wie das Ego vorgeht, sondern eher zaghaft.

Die beste Eigenschaft wäre zum Beispiel die Kreativität, welche eine Art der Formung und Vermehrung ist. Die Kreativität schlummert in jedem Menschen und hat ihren Ursprung in der einen Unendlichkeit. Das Herz existiert im Hier und Jetzt, möchte einfach nur wirken, ohne in unbedingter Weise Ergebnisse und Resultate erzielen zu müssen. Um zu existieren, braucht das Herz Ruhe und Frieden – im Bereich des „Alles-und-Nichts“ – und es ist dementsprechend bedacht, die Verbundenheit mit der einen Unendlichkeit aufrechtzuerhalten.

Es wäre das Ziel, das Herz aufzubauen und es zu vergrößern, um mit dem Ego als Unterstützung eine integrierte Balance zu finden, um dann den Raum und die Zeit und das Gute und das Böse zu transzendieren. Denn durch den Umstand, dass das Herz nicht an Raum und Zeit und an Gut und Böse haftet, ist es unendlich.

Dieter Geruschkat, Herausgeber

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